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1980er Jahre: Wie der Militärputsch das türkische Kino veränderte

Der Morgen des 12. September 1980 markierte für die Türkei einen tiefen Einschnitt. Ein Land, das von Unruhen, Aufständen und einer stetigen Verschärfung der zivilen Kontrollen geprägt war, erlebte einen dramatischen Wendepunkt in seiner Geschichte. Diese Unruhen hatten nicht nur politische und soziale Folgen, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Kulturlandschaft, insbesondere auf das türkische Kino.

In den Jahren vor dem Putsch hatte das türkische Kino eine Blütezeit erlebt, geprägt von preisgekrönten Filmen und einer Vielzahl erfolgreicher Regisseure. Filme wie „Yol“ und „Hababam Sınıfı“ zeichneten sich durch ihre kritische Auseinandersetzung mit sozialen Themen und ihren künstlerischen Wert aus. Mit dem Putsch begann jedoch eine Zeit der Stagnation und des kulturellen Niedergangs. Die strengen Zensurmaßnahmen, die eingeführt wurden, betrafen vor allem Genres wie Erotik- und Horrorfilme, die Ende der 70er Jahre populär geworden waren.

Die Regierung unter Turgut Özal verschärfte die Reglementierung des Filmvertriebs, was zu einem Rückgang der Produktion einheimischer Filme führte, während die Zahl der importierten ausländischen Filme zunahm. Im Jahr 1987 wurden beispielsweise nur 96 einheimische Produktionen im Vergleich zu 320 importierten Filmen gezählt. Diese Entwicklung hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die einheimische Filmindustrie.

Trotz der repressiven Atmosphäre versuchten viele türkische Filmemacher weiterhin, das Publikum mit humorvollen und unpolitischen Inhalten zu erreichen. Filme, die Themen wie Krankheit und soziale Missstände behandelten, wurden jedoch häufig zensiert oder gänzlich verboten. Dies führte dazu, dass wichtige gesellschaftliche Probleme eher verschleiert als offen diskutiert wurden.

Eines der auffälligsten Beispiele für Zensur war die Einschränkung der Produktion von Erotikfilmen, die trotz offizieller Verbote im Untergrund weiter produziert wurden. Diese Filme wurden oft heimlich vertrieben und zeigten, dass das Verbot letztlich wirkungslos war und vielleicht sogar stillschweigend geduldet wurde.

Im Bereich der Komödie konnte der bekannte Schauspieler Kemal Sunal mit Filmen wie „Kılıbık“ und „Şabaniye“ weiterhin Erfolge feiern. Sunals Filme boten eine willkommene Ablenkung von den politischen Spannungen der Zeit und spiegelten das Bedürfnis der Bevölkerung wider, trotz der repressiven politischen Landschaft Freude zu finden.

Inmitten dieser Herausforderungen gelang es einigen wenigen, ihre kreative Vision aufrechtzuerhalten. Regisseure wie Yılmaz Güney, Atıf Yılmaz und Tunç Başaran bewiesen Mut und Entschlossenheit, indem sie weiterhin Filme produzierten, die sowohl kritisch als auch innovativ waren. Ihre Werke gelten heute nicht nur als kulturelles Erbe der Türkei, sondern auch als Symbole des Widerstands gegen Unterdrückung und Zensur.

Der Militärputsch von 1980 und die folgenden Jahre waren zweifellos eine der dunkelsten Zeiten für das türkische Kino. Doch trotz Zensur und Unterdrückung blieb der kreative Geist einiger Filmemacher ungebrochen, was das türkische Kino letztlich vor dem völligen Abrutschen in die Bedeutungslosigkeit bewahrte. Diese Zeit erinnert uns daran, wie wichtig die Freiheit der Kunst für die Gesellschaft ist und wie Kultur auch unter schwierigsten Umständen überleben kann.

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